Spendenregen für die Zukunft in Afghanistan

Artikelinfo
Datum: 
16.01.2004
Quelle: 
Deutsche Welle

Aus 100 geplanten Klassenzimmern sind knapp 300 geworden! Nach 23 Jahren Krieg können rund 25.000 Schüler und Schülerinnen nun wieder regelmäßig betreut und unterrichtet werden. Mit richtigen Schulbüchern, in Schulen aus Stein, nicht mehr in Zeltbauten. Ein Riesenerfolg für die bisher erste Spendenaktion der Deutschen Welle (DW). Dank dem großen Engagement von Menschen aus der ganzen Welt kamen 380.000 Euro zusammen, insgesamt 32 Schulen konnte die Hilfsorganisation Cap Anamur im Norden von Afghanistan bauen. In dieser Region, der Takhar-Provinz, kam bisher kaum internationale Hilfe an.

Fertigstellen, bevor der Schnee kommt

Die Schulen wurden in den Orten Novobod, Jamchi, Yanqigala, Laclacond, Sardcomar und in Baharak in einer Bauzeit von etwa zwei bis drei Monaten errichtet. In Baharak steht das Gebäude noch nicht komplett, deswegen arbeitet der 15-jährige Ramin mit. Es muss schnell gehen, bald kommt der Schnee.

Ramin ist ein bisschen traurig. "Ich wäre auch gerne zur Schule gegangen. Bildung ist so wichtig - aber was soll ich tun? Wenn ich nicht arbeite, verhungert meine Familie." Aber er freut sich, dass sein kleiner Bruder die Möglichkeit bekommen wird, die Ramin selbst nie hatte.

Schulhof für Mädchen und Jungen

Die Bedingungen für den Schulbau wurden vorab mit den örtlichen Machthabern geklärt: Es sollte jeweils eine Mädchen- und Jungenschule gebaut werden, wobei ein gemeinsamer Pausenhof Pflicht war. Die Kosten für das Lehrpersonal sollten direkt vor Ort von den Gemeinden bezahlt werden.

Durch das Medienangebot, mit dem die Deutsche Welle das Projekt unterstützte (DW-RADIO, DW-TV, DW-WORLD), konnte eine breite Masse für die Aktion gewonnen werden: Schüler vom Albert-Schweitzer-Gymnasium in Köln spendeten 18.000 Euro für die Aktion. Das Geld stammte von einem Spendenlauf.

Einfallsreiche Spender 

Vom Unternehmen BFE, das weltweit - auch in Afghanistan - Medienanlagen baut, kamen 10.000 Euro. Die Spender waren einfallsreich: 18.000 Euro brachte die Skulptur eines Berliner Bären, den die Ehefrau des deutschen Generalkonsuls in Los Angeles versteigerte.

Schon vor der Spendenaktion engagierte sich die Deutsche Welle in der Krisenregion Afghanistan. DW-RADIO hat sich seit 30 Jahren als unabhängige Stimme einen Namen gemacht, DW-TV kam im August 2002 dazu. Mit der Aktion "100 Klassenzimmer für Afghanistan" wurde wichtige Aufbauarbeit für das Nachkriegsland geleistet. Die Deutsche Welle sagt allen Spenderinnen und Spendern vielen herzlichen Dank. Wir haben unser Ziel erreicht!