AFGHANISTAN | Unser Ausbildungsprogramm für eine bessere medizinische Versorgung

Artikelinfo
Datum: 
18.01.2017
Autor: 
Office Cap Anamur

Nach wie vor ist unser Ausbildungsprogramm für Krankenpflegekräfte ein wichtiges Projekt zur Verbesserung der medizinischen Situation der ländlichen afghanischen Bevölkerung. Die Qualität dieser Ausbildung, einschließlich der hier erworbenen praktischen Fähigkeiten, ist so hoch, dass die Bewerberzahlen von Mal zu Mal steigen. Um ein noch breiteres Feld abdecken zu können, haben wir nun den Lehrplan ausgeweitet und die Ausbildungsdauer von zwei auf drei Jahren angehoben.

Im September des vergangenen Jahres hat die Aufnahmeprüfung für den neuen Krankenpflege-Kurs stattgefunden: Aus über 200 Bewerbern wurden 47 Kandidaten ausgewählt, die an der Ausbildung teilnehmen dürfen. Darunter sind erstmals auch 19 männliche Kursteilnehmer.

 

Vielseitige Ausbildung

Der praktische Teil der Krankenpflege-Ausbildung ist vielseitig angelegt und beinhaltet unter anderem das Nähen von Wunden, das Legen von Infusionen, alle Spritz-und Verbandstechniken, OP-Assistenz, Reanimation und Schockraum-Management. Die Gesundheitserziehung erfolgt streng nach dem staatlich vorgegebenen Curriculum. Auch die Leiter der Ausbildung nehmen regelmäßig an den von Cap Anamur angebotenen Fortbildungen teil.

Wie schon bei unserem Hebammen-Projekt, werden auch hier gezielt Kandidaten für die Ausbildung ausgewählt, die aus den ländlichen Grenzgebieten der Provinz Herat kommen. Diese verpflichten sich nach der Ausbildung für mindestens drei Jahre wieder in diese entlegenen und unterversorgten Regionen zurückzukehren und ihre Fähigkeiten dort einzusetzen. Diese Verpflichtung ist so wichtig, weil viele Menschen im ländlichen Afghanistan aufgrund der angespannten Sicherheitslage und schlechter Infrastruktur von ärztlich-medizinischer Versorgung abgeschnitten sind. So sind beispielsweise im Winter viele Schlammstraßen unpassierbar und Menschen, deren Krankheiten eigentlich gut therapierbar sind, sterben.

 

Brücke zu einem menschenwürdigen Leben

Noch immer zählt Afghanistan zu den Ländern mit der höchsten Mutter-/Kind-Mortalität. Dem kann nur mit einer flächendeckenden medizinischen Versorgung der ländlichen Zivilbevölkerung entgegengewirkt werden. Die ausgebildeten Krankenpflegerinnen und -pfleger sind vielseitig einsetzbar: Sie unterstützen Impfkampagnen, überwachen die Einnahme von Tuberkulose-Medikamenten und betreiben Gesundheitsaufklärung. Sie sind die Brücke zu einem menschenwürdigen Leben für die Bevölkerung auf dem Land, die sich durch Armut, Klima, fehlende Infrastruktur und einer katastrophalen Sicherheitslage in einer unvergleichlichen Zwangslage befindet.

>>> Bitte unterstützen Sie die Ausbildung junger afghanischer Frauen und Männer zu KrankenpflegerInnen! Jede Spende zählt: www.cap-anamur.org/service/helfen