Angola: Schwere Regenfälle und Überschwemmungen

Artikelinfo
Datum: 
09.03.2009
Autor: 
Dr. Edith Fischnaller

Seit Mitte Januar kommt es im südlichen Afrika zu heftigen und ununterbrochenen Regenfällen, wodurch meine Projektreise sehr schwierig war. Nach stundenlanger Fahrt durch eine einzige Schlammwüste kamen wir völlig erschöpft in Oncocua an. CAP ANAMUR betreut hier - mitten in der stark betroffenen Provinz Kunene - ein Krankenhaus, 13 Gesundheitsstationen, ein Internat für 150 Nomadenkinder und eine Ausbildungswerksatt.

Das Ausmaß der Schäden und die Not der Menschen hat mich sehr erschreckt. Durch die enormen Niederschläge in dieser Region müssen viele Menschen aus ihren Unterkünften flüchten. Die Häuser stehen entweder voll Wasser oder sind aufgrund der heftigen Wassermassen eingestürzt, da die meisten Gebäude in traditioneller Lehmbauweise errichtet und mit Strohdächern gedeckt sind. Einige Bewohner konnten in den - in der Provinzhauptstadt Ondjiva - errichteten provisorischen Zelten untergebracht werden. Erst letztes Jahr kam es zu heftigen Überschwemmungen, die große Teile der Ernte zerstörten. Damit ist auch jetzt wieder zu rechnen, die jungen Pflanzen können den Wassermassen nicht standhalten. Teilweise muss der Unterricht ausfallen, da die Wege zur Schule nicht passierbar sind.

Die Straße nach Oncocua existiert nicht mehr, in der Stadt werden die Lebensmittel knapp. Die noch vorhandenen Nahrungsmittel werden sehr teuer angeboten und sind für viele nicht mehr bezahlbar. LKWs sind beim Versuch Hilfsgüter nach Oncocua zu bringen im Schlamm stecken geblieben oder mussten umdrehen. Zum Glück hatten wir für das Internat wegen der bevorstehenden Regenzeit Nahrungsmittel auf Vorrat eingekauft, doch es muss dringend Nachschub in den Ort gebracht werden.

Auch unsere Gesundheitsposten können zur Zeit nicht ausreichend mit Medikamenten und Material versorgt werden. Viele Kranke schaffen den Weg in die Gesundheitsstationen und ins Krankenhaus nicht. Die Malariafälle haben sehr stark zugenommen, wir müssen von einem weiteren Anstieg ausgehen. Auch die Gefahr einer Choleraepidemie ist durch die Verunreinigung der Trinkwasserversorgung und der ungenügenden Abwasserversorgung enorm hoch. Das CAP ANAMUR Krankenhaus ist für einen Choleraausbruch gut vorbereitet, da es in den letzen Jahren immer wieder zu schweren Choleraausbrüchen kam.

Die Regierung machte sich am Freitag mit Helikoptern ein Bild vom Ausmaß der Lage. Ganze Landstriche stehen unter Wasser und ein Ende der Regenfälle ist nicht absehbar.

Schnelle Hilfe ist dringend notwendig!