Angola: Neue Ausbildungswerkstatt für Oncocua

Artikelinfo
Datum: 
30.07.2009
Autor: 
Florian Warning

Oncocua ist ein abgelegener Ort im Südwesten Angolas, der in Folge des 30-jährigen Bürgerkrieges stark zerstört worden ist. Es fehlte in der Vergangenheit an allem. Im Besonderen für die oft mehrere Tagesmärsche entfernt lebenden "traditionellen Gruppen", Muakkauanas, Mudimba, Muschimba, Mugambe und Mutwa war und ist das Leben sehr schwer. Die Menschen leben halbnomadisch und betreiben zum Teil Viehzucht. Aufgrund ihrer Lebensweise ist es ihnen praktisch unmöglich ihre Kinder regelmäßig zur Schule zu schicken.

Speziell für die Kinder ist es wichtig einen Zugang zu Bildung zu kommen, sodass ihre traditionelle Lebensweise am Leben gehalten werden kann und damit sie auch in Zukunft selbstbestimmt weiterleben können. Das war und ist Grund genug für Cap Anamur ein Internat zu betreiben, in dem die Kinder während der Schulzeit untergebracht werden. Das Interesse ist sehr groß, das Internat wurde von Anfang an gut angenommen und stark frequentiert. Wir können 150 Kinder hier betreuen. Da aus den ersten Kindern mittlerweile Jugendliche oder auch junge Erwachsene geworden sind, hat Cap Anamur auf diese Situation reagiert und gibt diesen hochmotivierten jungen Leuten nun eine Möglichkeit zur Fortbildung.

Am 1.Juni 2009 starteten acht ehemalige Schüler eine Ausbildung zum Metallarbeiter. Neben grundlegenden theoretischen Kenntnissen werden Arbeitssicherheit, manuelles Zerspanen, maschinelles Zerspanen, Bohren, Blechbearbeitung, Mess- und Prüftechnik, Trennen und Fügen unterrichtet. Mit den erlernten Fertigkeiten sollen die Lehrlinge nach ca. 1 Jahr in der Lage sein, einfache Reparaturarbeiten an den hiesigen manuellen Wasserpumpen durchzuführen. Die Ausbildung umfasst auch das Reparieren von Autoreifen, einfache Wartung und Reparaturen von Autos und Schweißarbeiten.

Durch dieses Angebot können wir "zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen": Die Ausgebildeten haben die Chance damit ihren Lebensunterhalt zu verdienen und können gleichzeitig die Verhältnisse in der Region verbessern, indem sie viele Arbeiten durchführen können ohne auf die oft viel zu spät eintreffende Hilfe z.B. bei der Reparatur von Wasserpumpen warten zu müssen. Darüber hinaus soll durch diese Maßnahme die Tradition bewahrt werden, denn nur durch Eigenständigkeit und Unabhängigkeit kann einer Bevormundung durch andere Interessengruppen Einhalt geboten werden.

Die Ausbildungswerkstatt ist ein Pilotprojekt für die ganze Region. Rund 50.000 Menschen leben in und um Oncocua und es gibt bislang, trotz des hohen Bedarfs an Facharbeitern keine Ausbildungsstätten. Durch unser Projekt wird jungen Menschen eine gute Zukunftsperspektive geboten, dementsprechend hoch ist die Motivation und die Bereitschaft zu lernen. Aufgrund der hohen Anschaffungskosten für die Werkstatteinrichtung und Lehrmaterialien sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen.

Mit Ihrer Spende geben Sie Nomadenkindern eine Zukunft! Vielen Dank dafür!