Nothilfe für Haiti

Artikelinfo
Datum: 
16.01.2010
Autor: 
Klaus Krüger
Quelle: 
Offenburger Tagesblatt www.baden-online.de

16.01.2010 - Neuried-Ichenheim.

Christof Mayer weiß nicht, was auf ihn zukommt. Haiti, das Armenhaus in der Karibik, ist nach dem verheerenden Erdbeben verwüstet, die Hauptstadt Port-au-Prince ein Trümmerfeld. Dennoch fliegt der Ichenheimer heute los, um zu helfen - für den Verein Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte Christof Mayer hat Erfahrungen auf Haiti gesammelt: Vor drei Jahren war er schon einmal dort und hat den Menschen geholfen. Das ist auch der Grund, warum Cap Nanamur ihn schickt - er kennt sich in dem Inselstaat aus.
Für die Technik

»Ich bin zunächst einmal für die Logistik und für alle Organisationen zuständig«, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung. Er soll als Haitikenner den Ärzten den Zugang zu den Hilfebedürftigen ermöglichen. Außerdem wird der gelernte Schreiner als Techniker arbeiten; und ganz praktische Dinge tun wie Zelte aufstellen und Gebäude reparieren, soweit möglich.

Zum Team gehören neben dem Christof Mayer auch Cap-Anamur-Vorstandsmitglied Werner Höfner und zwei Ärzte - ein Allgemeinmediziner und ein Chirurg. »Wir versuchen, über die Domenikanische Republik nach Haiti zu gelangen«, schildert Christof Mayer die Pläne der Helfer. Aber sie wissen noch nicht, ob es ihnen gelingt. Sie wissen zudem nicht, wie sie vom Nachbarstaat ins Katastrophengebiet kommen werden - auf dem Landweg oder mit dem Flugzeug.

Ihr Ziel auf Haiti ist die Gesundheitsstation bei Port-au-Prince. Die kennt Chris­tof Mayer von seinem ersten Besuch her. »Wir wissen aber nicht, was uns erwartet. Und wie es den Leuten geht, die wir kennen. Oder unseren Hilfsprojekten. Aber Gott sei Dank geht es einer befreundeten Ärztin dort gut«, sagt Christof Mayer

Cap Anamur organisiert auch den Transport von zwei Tonnen Arzneimitteln und Ausrüstung für die Gesundheitsstation.
Der Ichenheimer: »Wir versuchen, eine Nothilfe aufzubauen, haben aber keine Ahnung, ob das möglich ist.« Mindestens vier Wochen wird Mayers Einsatz dauern.
Wie sieht seine Gefühlslage aus, so kurz vor dem Flug ins Ungewisse? Christof Mayer: »Gemischt. Ich kenne zwar Haiti und es ist immer wieder von Katastrophen heimgesucht worden. Aber die heutige Situation ist so ganz anders als die vor drei Jahren.« In dem Land hat er, wegen der bitteren Armut, immer eine gewisse Angespanntheit gespürt. »Deswegen bin ich jetzt ein bisschen in Sorge«, sagt er. Aber Christof Mayer ist auch zuversichtlich: »Ich weiß, das die Haitianer damit umgehen können.« Denn die hat der Ichenheimer als Menschen erlebt, die trotz der Armut oft freundlich und uneigennützig sind. Aber er verhehlt nicht, dass es auch Haitianer gibt, die fordernd sind und nur auf ihren Vorteil schauen - »wie überall eben.«
Ein großes praktisches Problem, so Christof Mayer, ist die Analphabetismus in dem Land.


Das Spendenkonto: Cap Anamur/ Deutsche Not-Ärzte, Kontonummer:
222?22?22, Bankleitzahl:
370?501?98, Verwendungszweck: Haiti. Informationen gibt es auf der Internetseite www.cap-anamur.de.

Christof Mayer
... ist 48 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt seit 16 Jahren in Ichenheim und engagiert sich unter anderem im Kulturverein »Läwe im Lewe«. Er ist Schreiner und Möbeldesigner. Für die Hilfsorganisation Cap Anamur, dessen Mitglied er nicht einmal ist, hat er vor drei Jahren schon sechs Monate auf Haiti gearbeitet - er hat geholfen, Schulen und die Gesundheitsstation aufzubauen.