Hilfsgüter starten heute nach Haiti

Artikelinfo
Datum: 
19.01.2010
Autor: 
ky
Quelle: 
Marburger Neue Zeitung:

Cölber Verein "Technologie Transfer Marburg" liefert mobile Krankenstation für Cap Anamur.

Cölbe (ky). Geschwindigkeit ist im Notfall lebenswichtig, so auch bei der Zusammenstellung von Hilfsgütern für Haiti. "Am Donnerstag kam der Anruf, am Freitag war die Liste zusammengestellt. Am Wochenende haben wir noch gepackt, jetzt kommen noch ein paar Lieferungen und am Mittwoch geht die Sendung auf den Weg", sagt Lutz Kempe.

Der Geschäftsführer von Technologie Transfer Marburg (TTM) hat 25 Mitarbeiter zur Verfügung, um in solchen Katastrophenfällen schnell reagieren zu können. TTM ist Logistik-Partner der Hilfsorganisation Cap Anamur und stellt für deren Ärzte das Material zusammen,mit dem sie vor Ort arbeiten.

Eine komplette Krankenstation steht in Cölbe auf zehn Paletten bereit, verpackt in Transportkisten, die vor Ort zu Tischen und Regalen zusammengeschraubt werden können. Zwei Sanitätszelte mit je 30 Quadratmetern Grundfläche, ein Stromerzeuger samt Benzin und Motoröl, medizinisches Gerät und Instrumente, Zelte zum Übernachten für die Mitarbeiter. "Für die Traumaversorgung, Brüche, aber auch mal eine Entbindung sind die beiden Mitarbeiter von Cap Anamur dann mit allem Notwendigen versorgt", erklärt Kempe. Drei Paletten mit Medikamenten kommen in Düsseldorf auf dem Flughafen noch von einer anderen Organisation dazu, dann kann die Sendung starten. Spätestens Freitagmorgen soll alles, nach einer Zwischenlandung inMiami, in Port-au-Prince ankommen, hofft Kempe.

Versorgung auf dem Land


Aber auch drei Paletten mit Grundnahrungsmitteln haben die Cölber gepackt: Reis, Zucker, Milchpulver. "Die Lage in Haiti ist sehr unübersichtlich, es fehlt an allem",sagt er. Rund 50 000 Euro kostet das Material, weitere 10 000 Euro der Transport. "Cap Anamur finanziert sich nur aus Spenden", betont Kempe.

Ein Arzt und ein weiterer Mitarbeiter der Hilfsorganisation, die Erfahrung in Haiti haben, sind seit Samstag dort, berichtet er. "Wenn unsere Sendung angekommen ist, werden sie aufs Land gehen. In Port-au-Prince sind die ganzen großen Hilfsorganisationen tätig", so Kempe weiter. Die Versorgung auf dem Land sei das Spezialgebiet von Cap Anamur.

Die aktuelle Lieferung sei das erste Modul für Haiti. "Wir wollen erst einmal herausfinden, was gebraucht wird, bevorwirmehrMaterial dort hinschaffen", erklärte der Geschäftsführer. Es sei auf jeden Fall günstiger, wenn möglich die benötigten Materialien im weniger betroffenen Norden Haitis oder in der benachbarten Dominikanischen Republik zu besorgen.

TTM liefert nicht nur in Notfallgebiete. In den Lagerräumen liegen gebrauchte medizinische Geräte. "Die arbeiten wir auf und liefern sie in die Dritte Welt", erklärt Kempe. Seit 27 Jahren betreibt der Verein den humanitären Technologietransfer.

 

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