Mit neuer Hoffnung in die Zukunft

Artikelinfo
Datum: 
25.08.2011
Autor: 
Office Cap Anamur

Anfang Juni war es soweit: Die neue Schule in Gressier wurde offiziell übergeben. Nach dem verheerenden Erdbeben in Haiti im Januar 2011 lagen sämtliche Gebäude der Einrichtung in Schutt und Asche. Cap Anamur baute die Schule wieder auf. Ab sofort findet der Unterricht in erdbebensicheren Klassenzimmern statt. Zahlreiche große und kleine Besucher kamen zum Übergabefest und freuten sich über die neuen Klassenzimmer. Cap-Anamur-Vorsitzende Edith Fischnaller nahm ebenfalls an den Feierlichkeiten teil. Auch für sie war es ein bewegender Tag: Während der Nothilfephase unterstützte die Ärztin tatkräftig mehrere Wochen die Versorgung der Erbebenopfer in dem Krankenhaus von Gressier, seitdem verfolgt sie die Entwicklung des Karibikstaats mit besonderem Interesse.

Inzwischen wurde auch die Schule in Les Palmes fertiggestellt und eingeweiht. Mehr als 200 Schüler, die meisten aus der Gemeinde Lafond hoch in den Bergen und südlich von Petit Goave, werden nun in den soliden Gebäuden unterrichtet. Unser haitianischer Mitarbeiter, Koordinator Jaques Meance, stammt ebenfalls aus Lafond. Er bedankte sich im Namen der Gemeinde für die Realisierung dieses schwierigen Projekts, denn die zerstörte Infrastruktur stellte unser Team vor immer neue Herausforderungen.

„Jetzt, mehr als eineinhalb Jahre nach den Erdbeben, hat sich vor Ort viel getan, doch die Lage ist immer noch schwierig. Das Land wiederaufzubauen wird noch Jahre dauern. Politische Instabilität und korrupte Machthaber haben es nah an einen Zusammenbruch getrieben“, so Edith Fischnaller. „Wir versuchen dennoch, das Ereignis als Chance auf Verbesserung zu betrachten. Deswegen haben wir zerstörte Schulen wieder aufgebaut. Denn ohne Bildung ist eine Weiterentwicklung in Haiti nicht möglich. Nur gebildete Menschen können die Entwicklung im eigenen Land mitgestalten und Eigenverantwortung übernehmen. So wird es auch langfristig und nachhaltig eine Verbesserung im Gesundheitswesen geben.“

In den beiden Schulen werden nun mehr als 600 Schüler unterrichtet. Während der Bauarbeiten wurde mit der Stadt- beziehungsweise Gemeindeverwaltung vertraglich geregelt, dass die Kinder für wenig oder auch ohne Kostenbeteiligung in unserer Schule unterrichtet werden. Damit ist der Zugang für die Kinder der ärmsten Familien auch ohne Schulgebühren sicher gestellt. Zum Abschluss unserer Wiederaufbauhilfe wird Cap Anamur nun noch eine Entbindungsstation für das Krankenhaus in Gressier bauen, in dem unsere medizinischen Fachkräfte in den Monaten nach der Katastrophe zahlreiche Menschen versorgt haben.