Scheinwerfer auf Krankheit und Krieg gerichtet

Artikelinfo
Datum: 
18.10.2003
Quelle: 
Rheinische Post

KREIS METTMANN (fis). Den Neander-Thaler der SPD Kreis Mettmarm bekam gestern die langjährige Unterbezirksvorsitzende und Bundestagsabgeordnete Regina Schmidt-Zadel verliehen. Damit soll ihr ehrenamtliches Wirken in Organisationen des Sozial- und Gesundheitsbereiches gewürdigt werden. Der Staatssekretär aus dem Bundesgesundheits-ministerium, Klaus Theo Schröder, würdigte im Neanderthal Museum Schmidt-Zadel stellvertretend für Ministerin Ulla Schmidt, die gestern überraschend von Kanzler Gerhard Schröder zum Gespräch gebeten wurde. Staatssekretär Schröder sagte, es gebe nicht viele Menschen, die sich für Schwache so eingesetzt hätten.

Ebenfalls ausgezeichnet wurde das Komitee Cap Anamur für seine humanitären Einsätze an derzeit zehn Brennpunkten in der Welt, so in Afghanistan, Irak und Tschetschenien. Stellvertretend für seine Organisation empfing Elias Bierdel den Preis.

Landesarbeitsminister Harald Schartau, der die Laudatio auf Cap Anamur hielt, nannte die Globalisierung, "über die wir uns freuen, für viele andere Menschen eine Bedrohung": Krankheit, Hunger, Krieg. Auf einige dieser Stellen richte Cap Anamur einen Schemwerfer, erhebe das Wort, "wenn die Menschlichkeit mit Füßen getreten wird."

Bierdel bedankte sich für die Auszeichnung, die mit keiner finanziellen Zuwendung verbunden ist. Er mahnte aber die Industrienationen zu ihrer Verantwortung und warf ihnen vor, Entwicklungsländer ökonomisch in Abhängigkeit zu halten. Dies sei Kolonialismus. Er nannte eine Politik "heuchlerisch", die verhindert, dass die Länder der Dritten Welt sich entwickeln können. Darin schloss er ausdrücklich auch die sozialdemokratische Bundesregierung ein.

SPD-Unterbezirksvorsitzender Thomas Dinkelmann bezeichnete Förderung der Wertschätzung ehrenamtlichen Engagements als Grund für den Neander-Thaler. Bierdel nahm die Auszeichnung gerne entgegen und kündigte den Zuhörern an: "Wir werden Ihre Hilfe brauchen."