Freispruch für Bierdel: Signalwirkung für Hilfsorganisationen?

Artikelinfo
Datum: 
07.10.2009
Autor: 
Marlis Schaum / Silke Wünsch
Quelle: 
Deutsche Welle

37 afrikanische Flüchtlinge waren damals vor der sizilianischen Küste in Seenot geraten und vom Frachter "Cap Anamur II" gerettet worden. Die italienischen Behörden wollten die Flüchtlinge zunächst nicht an Land lassen. Drei Wochen kreuzte das Schiff der Hilfsorganisation mit den Afrikanern an Bord medienwirksam vor der Küste Italiens. Der damalige Cap-Anamur-Chef Elias Bierdel flog nach Italien, ging an Bord und musste sich später den Vorwurf gefallen lassen, er habe sich auf Kosten der Flüchtlinge ins Rampenlicht stellen wollen.

Währenddessen gab die Regierung in Rom nach und ließ die "Cap Anamur II" schließlich anlegen. Die Folge: In den deutsch-italienischen Beziehungen kriselte es. Fünf Jahre sind seitdem vergangen, für Elias Bierdel, der seinen Chefsessel verlassen musste, war es eine bittere Zeit. Nach gut drei Jahren Prozess im italienischen Agrigent auf Sizilien nun der Freispruch.

Im Journal Extra fragen wir, ob das Urteil einen Einfluss auf die zukünftige Arbeit von Hilfsorganisationen hat, außerdem erzählen Afrikaner, was sie antreibt, die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen - und wir schauen den Mitarbeitern der europäischen Grenzagentur Frontex bei der Arbeit zu.

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