Zwischenahnerin hilft Opfern in Haiti

Artikelinfo
Datum: 
26.01.2010
Quelle: 
NWZ Online

SOZIALES Katrin Hoffman reist als Krankenschwester für vier Wochen in die Hauptstadt Port-au-Prince

DIE 26-JÄHRIGE FREUT SICH AUF DEN EINSATZ. SIE HAT ZUVOR EINE FORTBILDUNG ABSOLVIERT.
Helfen in einem Gebiet, in dem das Chaos tobt, das möchte ab diesem Dienstag eine junge Frau aus Garmisch-Partenkirchen. Die 26-jährige Katrin Hoffmann, gebürtige Bad Zwischenahnerin, reist als Krankenschwester mit der Organisation Cap Anamur nach Haiti, um Erdbeben-Opfer zu versorgen.

"Als das Telefon läutete und man mir sagte, dass ich nach Haiti soll, war ich sofort einverstanden", erinnert sich die Helferin. Sie habe sich bereits im Dezember 2009, nach einer Fortbildung in Tropenmedizin und Public Health als Einsatzkraft in Krisengebieten registrieren lassen. "Ich wollte immer ins Ausland und helfen. Meine Erfahrungen nützlich einbringen", erklärt Hoffmann die Entscheidung. Nun geht es los.

Doch zuvor mussten noch Formalitäten geklärt werden. "Ich erinnere mich nicht, schon einmal so viel Stress gehabt zu sagen", lacht die junge Frau. Ob Impfungen, Reisepass, Urlaub beim Arbeitgeber oder Versicherungsfragen - viele Aufgaben standen bevor. "Doch dank der Unterstützung meiner Familie, Freunde, meines Arbeitgebers und meiner Umgebung habe ich es geschafft", freut sich die Krankenschwester.

In der Hauptstadt Port-au-Prince wird Hoffmann gemeinsam mit einem Arzt und einem Logistikspezialisten die Opfer notfallmedizinisch versorgen. "Amputationen, Brandwundenversorgung und Verletzungen - das wird wohl auf uns zukommen." Vorwissen bringe sie dank der Krankenschwesternausbildung mit. "Ich war auf der Intensivstation, in der Anästhesie, im OP und im Kinderkrankenhaus", zählt die 26-Jährige auf. Zusätzlich habe sie die Fortbildung in Tropenmedizin absolviert. Doch vor Ort warten Elend, Angst und Verzweiflung. "Ich fühle mich trotzdem nicht ängstlich", sagt Katrin Hoffmann. Im Gegenteil habe sie das Gefühl, "einfach an der richtigen Stelle zu sein. Ich fühle mich beschützt und behütet."

Für vier Wochen ist sie in Haiti und bittet alle, ebenfalls zu helfen.