Cap Anamur: klein, aber trotzdem sehr mutig

Artikelinfo
Datum: 
31.07.2014
Quelle: 
Mannheimer Morgen

KÖLN. Klein, schnell, effektiv. Cap Anamur hilft nachhaltig, rettet Menschenleben und geht in die Regionen der Welt, in denen es besonders schlimm ist. In bisher 59 Ländern waren Teams im Einsatz, aktuell in neun Staaten wie Afghanistan, Syrien, Sierra Leone, Nordkorea oder Zentralafrikanische Republik.

Mehr als 1000 Mitarbeiter sind ausgerückt in Kriegs- und Krisengebiete. Ärzte, Krankenpfleger, Bauingenieure, Handwerker. Allesamt Idealisten. "Unter harten Bedingungen und für wenig Geld machen sie einen engagierten Job, in den Katastrophengebieten Tag und Nacht", sagt der Vorsitzende Werner Strahl. Nun wird Cap Anamur 35 Jahre alt.

Rupert Neudeck und seine Frau Christel sind quasi die Eltern der Kölner Hilfsorganisation. Am 1. August 1979 gründeten sie Cap Anamur zusammen mit Freunden wie dem Literaturnobelpreisträger Heinrich Böll. Neudeck sagt: "Cap Anamur ist für mich synonym mit Widerstand gegen Leid, Krieg, Folter, Terror, Brutalität. So haben wir das damals begründet, so ist es weitergegangen, so soll es noch ein wenig weitergehen." Wichtig für eine wirksame und rasche Hilfe: "Sich immer möglichst provisorisch aufbauen und verhalten, nicht zu viel Festanstellungen, nicht zu viel Gebäude und Büros. Der Grundsinn der Arbeit geht darauf, uns überflüssig zu machen."

Immer kleine Teams

Medizinische Versorgung und der Zugang zu Bildung sind seit vielen Jahren die Schwerpunkte der Arbeit. Prinzip sei, immer kleine Teams zu entsenden, die sogleich Menschen vor Ort ausbildeten, sagt Werner Strahl, seit zwei Jahren Vorsitzender der Organisation. Der Verein ist unabhängig und finanziert sich allein über Spenden. Die Mitarbeiter leben sparsam nach einfachsten lokalen Standards. Für Werbung wird fast nichts ausgegeben, der Vorstand arbeitet ehrenamtlich.