Portfolio Jürgen Escher: Arche Noah Mensch

Artikelinfo
Datum: 
15.08.2011
Autor: 
Florian Adler
Quelle: 
SCHWARZWEISS

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Es gibt so manchen Fotografen, der sich mit seiner Arbeit einbringt in die  bemerkenswerten Aktivitäten der internationalen Hilfswerke. Einer von ihnen ist der
Fotograf Jürgen Escher, der insbesondere für das Hilfswerk Cap Anamur tätig ist. Er dokumentiert mit seinen Aufnahmen unterschiedlichste Aspekte dieser segensreichen Arbeit, hält die zum Teil furchtbaren Momente, mit denen Hilfswerke konfrontiert sind, mit der Kamera fest, zeigt aber auch den hoffnungsvollen Teil dieser Arbeit. Neben diesen Dokumentationen entstehen aber auch Bilder von Menschen, die die Sinne zu berauschen vermögen. Es gelingen ihm Bilder, die einfach mehr sind als Dokumentation, Fotos, die sich durch liebevolles Beobachten mit Respekt und großem Einfühlpotential eben mehr zeigen als nüchterne Reportage es vermag. Jürgen Escher versteht es meisterhaft, durch klare Kompositionen seinen besonderen Arbeiten eine Art Sprache zu verleihen. Nun gibt es so manchen Fotofreund, der zu wissen glaubt, dass Fotos nicht sprechen können. Akustisch genommen stimmt das, aber genauso wie ja Schrift durch Zeichen Sprache wird, besitzen auch Fotos im besten Fall durch ganz eigene
Zeichen und Komposition Sinnbilder, die denen der Schrift ähneln, also
Sprache vermitteln. Solche Inhalte haben das, von dem der große Fotograf
Robert Häusser als einem unabdinglichen Moment meisterhafter Fotos berichtet: Die Komposition, die ein Foto streng formt und besondere Bildaussage,
oder Sprache erst möglich macht. Jürgen Escher versteht es, besonders gefühlvolle
Momente mit der Kamera festzuhalten. Dabei nähert er sich den Menschen nicht aus der Ferne mit Telebrennweiten sondern nutzt Normalbrennweiten. Er überwindet Distanz also durch Nähe zu den Menschen. Nur so gelingen ihm derart anrührende, fast intime Stimmungen. Man merkt in seinen Bildern, dass die Menschen ihm vertrauen. Er ist nicht der Fremdkörper mit der Kamera, der sich auf die Menschen stürzt, wie leider so mancher Tourist auf „Safari“ in Jürgen
Escher Arche Noah Mensch unterentwickelten Gebieten der Erde in seiner gierigen Suche nach optischen Sensationen. Escher ist ein stiller, genauer Beobachter, bei dem man merkt, dass Menschen ihn berühren. Und genau diese stillen Beobachtungen sind Erfolgsrezept für seine Arbeiten, die wir etwas näher auf Merkmale untersuchen wollen.