Vorbildfunktion: Zwei Schülerinnen vom Stadtwaldplatz sammelten für Flüchtlinge

Artikelinfo
Datum: 
21.12.2016
Quelle: 
lokalkompass.de

Die Idee zur vorbildlichen Hilfsaktion der beiden Freundinnen Mila und Paula entstand bereits im Spätsommer. Die Situation der Flüchtlinge machte die Schülerinnen so traurig, dass sie ganz spontan helfen wollten. Kurzerhand bastelten die Mädels Plakate und eine Sammeldose, zogen damit in ihrem Wohngebiet am Stadtwaldplatz von Haus zu Haus. Das Geld überreichten sie jetzt an Dr. Werner Strahl von "Cap Anamur".

Von Mila und Paula können sich so manche Erwachsenen eine Scheibe abschneiden! Denn die beiden Schülerinnen haben nicht nur geredet, sondern gehandelt!

 


Rückblick: Bereits im Spätsommer erfuhr Mila in den Kindernachrichten, wie schlecht es den Menschen in Syrien geht. Ihr Schicksal beschäftigt sie so sehr, dass sie zusammen mit Freundin Paula beschloss, Spenden zu sammeln. Kurzerhand bastelte die Eine Plakate und die Andere eine Spendendose, gemeinsam zogen sie in ihrem Wohngebiet von Haus zu Haus. "Wir fanden die Idee der Kinder toll, aber haben auch versucht, ihre Erwartungen zu drosseln. Ehrlich gesagt waren wir skeptisch, ob die Mädchen überhaupt eine nennenswerte Summe zusammen bekommen würden", erinnert sich Anja Boudier, Mama von Mila.
Zweimal "klapperten" die Freundinnen ihre Nachbarschaft ab und das Ergebnis ist mehr als nennenswert: 309,95 kamen mit nachträglichen Spenden von Freunden und der Familie zusammen!


"Damit hatten wir natürlich nicht gerechnet. Wir alle sind vom Ergebnis begeistert und sehr stolz auf die Mädchen", unterstreicht Thomas Beyer, Vater von Mila.
Und wohin sollte das Geld gehen? "Das wussten wir zunächst gar nicht. Wir wollten es den Flüchtlingen spenden, hatten aber keinen Ansprechpartner", erinnern sich Paula und Mila. Zunächst nahmen die Familien Boudier und Finkbeiner Kontakt zur Kirche auf, doch dort hatte man keine konkrete Verwendungsmöglichkeit.
Wie es der Zufall so wollte, hielt Dr. Werner Strahl, ehemaliger Kinderarzt aus Werden und Vorsitzender der Hilfsorganisation "Cap Anamur" kürzlich im Helmholz-Gymnasium (Milas Bruder geht hier hin) einen Vortrag über seine Arbeit, den die Stadtwälder begeistert verfolgten. Schnell war klar: "Mit den Spenden möchten wir Cap Anamur unterstützen!" Und so kam Dr. Werner Strahl in die freudige Gelegenheit, das Geld im Namen der Hilfsorganisation in Empfang zu nehmen. "Ich freue mich sehr über euer Geld und finde euer Engagement ganz toll", zeigte sich der Werdener bei der Übergabe begeistert und erzählte den Freundinnen, wo und wie Cap Anamur arbeitet. "Unser Hauptaugenmerk liegt zurzeit natürlich auf Syrien, aber auch die Lage im Südsudan ist mehr als schwierig", so der Vorsitzende, der gerade von einer Reise aus Somaliland zurückgekehrt ist und bald ins ehemalige Ebolagebiet nach Sierra Leone fliegt. Stolze 309,95 Euro kamen in der Spendendose zusammen. Von den Freundinnen können sich so manche Erwachsenen eine Scheibe abschneiden.

Der gemeinnützige Verein "Cap Anamur - Deutsche Not-Ärzte e.V." mit Sitz in Köln wurde 1979 ins Leben gerufen, gegründet von Christel und Rupert Neudeck sowie einigen ihrer Freunde, darunter Heinrich Böll. Seitdem leistet der Verein weltweit humanitäre Hilfe, auch an Orten, an denen das Medieninteresse längst abgeebbt ist. Im Fokus stehen die medizinische Versorgung und der Zugang zu Bildung. Das Handeln richten die Helfer am Prinzip der Nachhaltigkeit aus. In Kriegs- und Krisengebieten schaffen sie Strukturen, die das Leben der in Not geratenen Menschen dauerhaft verbessern: mit der Instandsetzung und dem Aufbau von Krankenhäusern und Schulen, der Aus- und Weiterbildung einheimischer Mitarbeiter sowie der Bereitstellung von Baumaterialien, Hilfsgütern und Medikamenten. Danach gilt, je schneller ein Projekt in die Hände der lokalen Mitarbeiter übergeben werden kann, desto besser. Denn das setzt Kapazitäten für weitere Einsätze frei. Spendenkonto: Sparkasse KölnBonn, Konto-Nummer: 2 222 222, BLZ: 370 50 198, IBAN: DE85 3705 0198 0002 2222 22, SWIFT-BIC: COLSDE33 Cap Anamur - Deutsche Notärzte

 

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