Horst Hühnlein berichtete über seine Arbeit für Cap Anamur in Nepal

Artikelinfo
Datum: 
20.06.2016
Autor: 
Herbert Fischer
Quelle: 
inFranken.de

http://www.infranken.de/storage/scl/gemeindereporter/2235321_t1w454h300q75v15917_hfm_Vortrag_Host_Hhnlein-Nepal_001.jpg?version=1466415923Hier war er maßgeblich verantwortlich für den Aufbau von zwei von Erdbeben zerstörten Schulen in dem Bergdorf Judeegaun, das sich etwa 70 Kilometer östlich von Kathmandu befindet. Ein besondere Freude für ihn war es, das zu diesem Abend der Vorstandsvorsitzende von Cap Anamur, Deutsche Not-Ärzte e.V., Dr. Werner Strahl aus Essen gekommen war. Er dankte Horst Hühnlein persönlich für sein außergewöhnliches Engagement als Baumeister in Nepal, wie schon bei vielen anderen Cap-Anamur-Projekten.

Zu Beginn seines rund einstündigen Berichtes, der mit vielen eindrucksvollen Bildern aus Nepal untermalt war, ließ er nicht das schreckliche Erdbeben vom 25. April des vergangenen Jahres mit einer Stärke von 7,8 unerwähnt, das die Bergdörfer um den Ort Judeegaun fast vollständig zerstörte, darunter auch die zwei Schulen. Glück im Unglück sei aber gewesen, so Horst Hühnlein, das das Erdbeben an einem Feiertag war, bei dem keine Kinder in den Schulen waren. Trotzdem gab es rund 10000 Tote auf Grund es Erdbebens zu beklagen.

Schon nach drei Tagen war das kleine Nothilfe-Team von Cap-Anamur mit dem Krankenpfleger-Ehepaar Ana und Philippe Valentine und dem Logistiker Jürgen Maul vor Ort, versorgten die Kranken und Verletzten medizinisch, besorgten Hilfsgüter und Nahrungsmittel und begannen mit der Planung des Wiederaufbaus. Großes Glück war auch, dass der einheimische Organisator Anil Sapkota, der in Münster studiert hatte, rasch ein Bauteam engagieren und die Dorfbewohner motivieren konnte. 250 Kinder des Dorfes mussten bis zum Wiederaufbau unter einem rasch errichteten Wellblechdach unterrichtet werden. Trotz logistischer Herausforderungen aufgrund unbefahrbarer Straßen und heftiger Monsunregen ist es gelungen, innerhalb von nur elf Monaten eine neue und erdbebensichere Schule zu bauen. Für besondere Stabilität sorgen Stahl-Beton-Pfeiler in der Mauer, die tief in die Erde eingelassen wurden.

"Auf das Wiederaufbauergebnis können wir also stolz sein", so Horst Hühnlein und auch Dr. Werner Strahl, der im Verlauf des Abends viel über die Arbeit von Cap-Anamur seit fast 40 Jahren für Menschen in Katastrophen-und Kriegsgebieten berichtete. Blau-weiß leuchten nun die fünf neuen, sicheren Schulpavillons hoch auf dem Hügel, in denen jetzt 150 zusätzliche Schüler unterrichtet werden können. Von der Regierung wurde die Primary- zur Secundary-School bis zum 10. Schuljahr aufgewertet.

Angesichts der ansonsten sehr schleppend anlaufenden staatlichen aber auch ausländischen Hilfe ist der deutsche Botschafter in Kathmandu von unserem Projekt sehr angetan, war zu hören. Eine zweite Schule wird ebenfalls von Cap-Anamur nach dem gleichen Prinzip in dem abgelegenen Bergdorf Chandeni gebaut. Das große Problem sauberen Wassers geht man jetzt am Ende der Trockenzeit in beiden Schulen durch Brunnenbau und Pumpenversorgung an.

Mit Stolz berichtete Horst Hühnlein, über die ungeheure Teilnahme von 2500 Personen beim Einweihungsfest am 7. Mai. Örtliche Schneider hatten den Schülerinnen und Schülern maßgefertigte Uniformen geschneidert und sie bekamen neue, dringend benötigt Schuhe angepasst. Ihre Tanz- und Gesangsaufführungen waren wunderbar. Sie wurden vergoldet durch lokale Gesangsstars und gewürdigt durch Ansprachen von Autoritäten des Landes, die die zupackende Hilfe von Cap Anamur lobten.

Nicht unerwähnt ließ Dr. Werner Strahl, dass die Projekte von Cap Anamur ausschließlich aus privaten Spendengeldern finanziert werden und man grundsätzlich keine staatliche Fördergeldern annimmt, um somit politisch unabhängig zu sein, damit man in Notsituationen schnell vor Ort unbürokratisch helfen kann. So bedankten sich Horst Hühnlein und Dr. Werner Strahl auch am Schluss des informativen Abends bei den Besuchern nicht nur für ihr großes Interesse, sondern auch für ihre Spenden. Bürgermeister Knut Morgenroth bedankte sich bei Horst Hühnlein für seine Arbeit in Nepal, auf die die ganze Gemeinde stolz sein könne. Sein Dank galt auch dem Vorstandsvorsitzenden von Cap Anamur, Dr. Werner Strahl, dem er als Erinnerung und Dank die Ortschronik von Mödlitz überreichte.

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