Cap Anamur warnt: In Nordkorea droht eine humanitäre Katastrophe

Artikelinfo
Datum: 
11.05.2011
Quelle: 
Köln Nachrichten

Nordkorea taucht in der Berichterstattung eigentlich nur dann auf, wenn es etwa Unmenschliches, Grausames oder Skurriles über den nördlichen Teilstaat auf der koreanischen Halbinsel zu berichten gibt. So wurde der militärische Angriff der nordkoreanischen Truppen auf eine vorgelagerte Insel ausgiebig medial in Szene gesetzt. Berichte, die sich mit der Situation der dortigen Bevölkerung beschäftigen oder gar den Zustand der Infrastruktur beschreiben, tauchen hingegen fast gar nicht auf. Gegen diese – bisweilen selbst gewählte Blockade – setzt nun die Kölner Hilfsorganisation Cap Anamur ein Zeichen. Deren Geschäftsführer Bernd Göken bereiste unlängst im Rahmen einer so genannten „Evaluierungsreise“ den Staat. Dabei konnte er auch einen Blick in zahlreiche Kranken- und Waisenhäuser sowie in die Schulen des Landes werfen.

Die Eindrücke, der Chef der Hilfsorganisation gewonnen hat, haben einen bleibenden Eindruck der „Unterversorgung“ hinterlassen. Die Reise führte durch insgesamt zwei Provinzen und vier Städte. Dabei könnte sich nach Darstellung schon in den kommenden Wochen eine Hungersnot ergeben. Besonders die Ärmsten und Schwächsten der nordkoreanischen Gesellschaft – Waisenkinder und Patienten – sind von der zunehmenden Nahrungsmittelverknappung betroffen, schilderte Göken. Das World Food Programm schätzt, dass fünf Millionen Nordkoreaner vom Hunger bedroht sind. Cap Anamur ruft daher dringend zu Spenden für Nahrungsmittellieferungen auf. Das in großen Teilen unzugängliche Land kann nur ein Fünftel seiner Flächen landwirtschaftlich nutzen. Hinzu kam eine Missernte, nachdem auch Nordkorea im vergangenen Winter eine lange Frostperiode durchmachen musste. Mitte Mai werden die Vorräte aufgebraucht sein. Deshalb hat die Kölner Hilfsorganisation mit Nahrungsmittellieferungen begonnen. Die ersten 200 Tonnen Reis sind bereits im Land eingetroffen, weitere Lieferungen werden folgen. Cap Anamur will sicherstellen, dass die Hilfslieferungen auch bei den Bedürftigen ankommen, versicherten die Verantwortlichen. Die 200 Tonnen Nahrungsmittel reichen für eine zehntägige Versorgung von rund 64.000 Menschen. Auch an Medikamenten und medizinischem Gerät fehle es allerorten, vor allem auf dem Land, berichtete Göken weiter. Wiederholte Stromausfälle in den Krankenhäusern verschärfen die Situation zusätzlich. Bereits in den Jahren 1997 bis 2002 hatte sich die Organisation in Nordkorea humanitär und mit Hilfslieferungen engagiert.

Die Kontoverbindung des Spendenkontos lautet: Kontoinhaber:

Cap Anamur / Deutsche Not-Ärzte e.V.
Sparkasse KölnBonn, Kontonummer: 2 222 222
Bankleitzahl: 370 501 98
Verwendungszweck "Nordkorea"

 

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