Nordkorea - Ein Land hungert

Artikelinfo
Datum: 
03.08.2011
Autor: 
Nils Kinkel
Quelle: 
DRadio Wissen

Nordkorea ist von chronischem Lebensmittelmangel betroffen, in den 1990er-Jahren starben bereits Tausende Menschen bei einer Hungersnot. Laut der UNO brauchen dort derzeit rund sechs Millionen Menschen dringend Hilfe.

Doch noch immer schottet sich das kommunistisch regierte Land hermetisch ab. Selbst Hilfsorganisationen haben es schwer, nach Nordkorea zu gelangen. Eine seltene Ausnahmegenehmigung erlaubte es Mitarbeitern der Organisation Cap Anamur 1000 Tonnen Reis und 100 Tonnen Bohnen an Bedürftige zu verteilen.

Hilfe aus eigenen Mitteln unmöglich

Anfang des Jahres gab es einen verzweifelten Hilferuf der nordkoreanischen Botschaft: Wir brauchen dringend Lebensmittel, hieß es damals. 2005 hatte das stalinistische Regime in Pjöngjang noch alle Nichtregierungsorganisationen aus dem Land gewiesen und wollte sich aus eigener Kraft retten. Stattdessen hat sich die Lage verschlimmert, beklagt die Direktorin der Kinderklinik Haeju, Zang Gum Sun: "Wir haben hier sehr viele talentierte und begabte Ärzte, aber uns fehlen Milchprodukte und Lebensmittel, um die Kinder schnell aufzupäppeln. Einige Geräte hier funktionieren noch, aber ich fühle mich sehr schlecht, weil wir die Kinder nicht medizinisch versorgen können."

Versorgung der Patienten ist schwierig

Das einzige Röntgengerät in der Kinderklinik kommt aus China und es ist kaputt. Im Operationssaal sieht es nicht besser aus. Vor zehn Jahren war der mit Spendengeldern von Cap Anamur gebaut worden. Mittlerweile funktioniert dort nicht einmal mehr das Narkosegerät. Doch die Versorgung der Patienten ist schwierig: Es fehlt an Medikamenten und Nahrungsmitteln. Die Betten sind darum nur zur Hälfte belegt.

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http://wissen.dradio.de/nordkorea-ein-land-hungert.33.de.html?dram:article_id=11593