Gute Zusammenarbeit in Nordkorea

Artikelinfo
Datum: 
07.11.2012
Autor: 
Office Cap Anamur

Cap Anamur unterstützt zwei Krankenhäuser

Im August reiste Cap-Anamur-Geschäftsführer Bernd Göken erneut nach Nordkorea. Begleitet wurde er von Annette Hildebrand und Jürgen Maul. Die Ärztin und der Logistiker arbeiten dort für mehrere Monate in zwei Krankenhäusern. „Das Vertrauen in eine fruchtbare Zusammenarbeit mit Cap Anamur ist nach der Nahrungsmittelhilfe im vergangenen Jahr soweit gestiegen, dass wir uns nun auch längerfristig vor Ort engagieren dürfen“, erklärt Bernd Göken. Während seiner vorherigen Besuche konnte er wichtige Kontakte knüpfen, die uns nun sehr hilfreich sind. Alle benötigten Genehmigungen wurden uns rasch erteilt. Doch die Voraussetzungen, um in Nordkorea helfen zu können, sind kompliziert. So können wir uns beispielsweise nur bedingt frei bewegen und werden grundsätzlich von einem Mitarbeiter der Botschaft begleitet.

Schon seit Jahresbeginn sind wir mit der Planung dieses neuen Projekts befasst, nun hat die Arbeit in den Krankenhäusern in Haeju, das rund 140 Kilometer südlich der Hauptstadt Pjöngjang an der Westküste des Landes liegt, begonnen. Die Situation in den beiden Kliniken lässt keine ausreichende medizinische Versorgung zu: Zwar gibt es genug Fachpersonal, dafür fehlt es aber an lebenswichtigen Medikamenten wie Breitbandantibiotika und starken Schmerzmitteln. Die meisten der medizinischen Apparate sind veraltet oder defekt. Es gibt kaum Verbrauchsmaterialen wie sterile Verbände und Kanülen. Und selbst die Nahrungsmittel für die Patienten reichen nicht aus, ganz zu schweigen von entsprechender Babynahrung. Und so stehen die Ärzte ihren Patienten oft hilflos gegenüber, obwohl die Gesundheitsversorgung für die Bevölkerung im Grunde kostenlos ist. Cap Anamur schickte deswegen Container mit dem dringend benötigten Equipment und Medikamenten ins Land.

Unser langjähriger Mitarbeiter Jürgen Maul kümmerte sich zunächst um die Verteilung der Medikamente und Geräte an die Krankenhäuser. Keine einfache Aufgabe, immerhin waren es insgesamt drei Container mit Hilfsgütern. Gemeinsam mit den Klinik-Mitarbeitern schließt er nun Ultraschallgeräte, EKGs, Sauerstoffkonzentratoren und Überwachungsmonitore an, baut OP-Lampen und technische Laboreinrichtungen auf. Weil die Stromversorgung sehr lückenhaft ist, stellen wir zusätzlich große Generatoren auf. Damit können die wichtigsten Geräte betrieben werden. Zudem werden Sanierungsarbeiten an den Stationsgebäuden durchgeführt.

Die Medizinerin Annette Hildebrand tauscht sich mit den einheimischen Kollegen aus. Sie sind sehr engagiert und motiviert, aber es fehlt ihnen aktuelles Fachwissen. Die Stuttgarterin weist die Ärzte und Pflegekräfte in die Benutzung der Geräte ein und macht Schulungen in Untersuchungs- und Behandlungsmethoden. Bemerkenswert ist, dass unsere Medizinerin selbst am Patienten arbeiten darf. Und auch der intensive fachliche Austausch mit den nordkoreanischen Ärzten und Pflegekräften war bisher selten möglich. Sie haben einen sehr ausgeprägten Wunsch, etwas zu lernen und sich auszutauschen.