Unser Programm für unterernährte Kinder in Pakistan

Artikelinfo
Datum: 
21.02.2011
Autor: 
Office Cap Anamur

Auch wenn das Wasser hier nicht mehr sichtbar ist, leiden viele Menschen immer noch an den Nachwirkungen der Flut. Wie so häufig sind es die Kinder, die am stärksten betroffen sind. Momentan betreuen wir rund 1.000 von ihnen in unserem Programm für unterernährte Kinder – wir versorgen sie im Distriktkrankenhaus von Rajanpur und den Ambulanzen der Umgebung. Unsere Ärztin Renate Papke und Krankenpflegerin Alexandra Lauen kümmern sich gemeinsam mit den pakistanischen Fachkräften um die stationären Patienten. Zudem fahren sie einmal wöchentlich vier Gesundheitsstationen an, um die Kinder zu wiegen und zu messen. Je nach Schweregrad der Unterernährung erhalten sie hochkalorische Nahrung für eine Woche. Die Gewichtszunahme wird überwacht, ebenso mögliche Komplikationen. Besonders jetzt im Winter haben die Kinder aufgrund der niedrigen Temperaturen zusätzliche Infekte, mit denen der geschwächte Körper fertig werden muss. Aber wir freuen uns über die rege Mitarbeit der Eltern im ambulanten Bereich. Und noch mehr darüber, dass ein Großteil der Kinder angemessen zugenommen hat.

Bei besonders schweren Fällen raten wir zu einer stationären Aufnahme in unserem Stabilisierungszentrum in Rajanpur. Oft bereitet das Schwierigkeiten, denn die Mütter müssen auch ihre anderen Kinder versorgen oder auf dem Feld arbeiten, um die Familie ernähren zu können. So muss ein stationärer Aufenthalt erst mit den familiären Verpflichtungen koordiniert werden. Wegen der langen Anreisewege kann das schon mal einige Tage dauern. Tage, welche die schwerkranken Kinder manchmal nicht haben. Trotzdem ist unsere Station immer voll belegt. Wir hatten dort Kinder, die mit ihren vier oder fünf Jahren weniger wogen als deutsche Kinder bei der Geburt. Umso erstaunlicher ist dann, dass doch viele mit geringen Mitteln nach einer ungewissen Zeit in die ambulante Behandlung entlassen werden können.