Ilona Geist hilft Kindern in Westafrika

Artikelinfo
Datum: 
11.03.2010
Quelle: 
www.suedkurier.de

Gremmelsbach (nv) In Gremmelsbach ist Ilona Geist geboren und aufgewachsen, in Triberg hat sie das Gymnasium besucht, an der Universitätsklinik in Freiburg wurde sie zur Kinderkrankenschwester ausgebildet. Ilona Geists Leidenschaft und Traum schon in Kindertagen waren Auslandsreisen. Speziell galt ihr Interesse asiatischen Ländern: Indien, Tibet, Afghanistan

Für den Afghanisch-Deutschen Ärzte-Verein in Freiburg sammelte sie Spenden für dessen Mutter-Kind-Klinik in Jalalabad. Durch eine Reise nach Afghanistan bekam sie Einblick in den Entwicklungsdienst und nahm danach Kontakt auf mit der Hilfsorganisation Cap Anamur. Bekannt geworden durch Rettungsaktionen für vietnamesische Bootsflüchtlinge mit dem gleichnamigen Schiff, ist Cap Anamur eine internationale Organisation und immer noch dort anzutreffen, wo die Not am größten ist.

Eine verhältnismäßig kleine Helferschar betreut Projekte weltweit, derzeit auch in Haiti. Möglichst nahe bei den Hilfsbedürftigen lernen sie nicht nur die Nöte der Menschen kennen, sondern erfahren auch ihre Gastfreundschaft und Dankbarkeit. Doch nicht in Asien leistete Geist medizinische Hilfe, die Verhältnisse führten sie nach Sierra Leone in Westafrika, nach Freetown, der Hauptstadt des Landes. Dieser Staat hat einen grausamen Bürgerkrieg hinter sich, dessen Gründe nicht auf Rassismus und Religionsverschiedenheit zurückgingen, sondern auf Diamantenreichtum, Kriminalität und Korruption. Zurzeit herrscht relative Ruhe.

Für ein halbes Jahr verpflichtete sie sich, bei minimaler Vergütung. Es gehört Idealismus dazu. Dass sie, wo dringend Hilfe gebraucht wurde, am rechten Platz war, weiß sie bewegt zu schildern. In einem Land von der Größe Bayerns ist dort das einzige Kinderkrankenhaus. Unbeschreiblich die Zustände: Ein Haus voll schwerstkranker, sterbender Kinder mit Malaria, Typhus und anderem auf schmutzigen Matratzen, Geschrei, Klagen der Mütter, die sich vor Kummer auf den Boden werfen.

Behandelt werden konnten vor Start des Projekts nur Kinder, deren Eltern für die Kosten aufkommen können. Unvorstellbar die hygienischen Verhältnisse, mangelhaft die Ausbildung der einheimischen Krankenschwestern, viele Verbrennungsopfer, da auf offenem Feuer gekocht wird. Die Organisation Cap Anamur stellte die Medikamente umsonst zur Verfügung, leitete die Schwestern an, schaffte einen Generator für die Intensivstation an, dazu Möbel, Betten und Matratzen. Es war ein halbes Jahr harte Arbeit, sagte Ilona Geist im Rückblick, aber es hat sich gelohnt. Die Sterberate der Kinder ist drastisch zurückgegangen, wichtig waren die Anstöße für das einheimische Pflegepersonal, die die Bildung fördern, nicht die Arbeit abnehmen.

Nach bewegender Abschiedsfeier, nach dankbarer Anerkennung durch liebenswürdige Menschen ist sie beglückt und gesund aus Westafrika nach Deutschland zurückgekehrt.