Ostfriese reist ins Ebola-Gebiet

Artikelinfo
Datum: 
04.10.2014
Autor: 
Martin Alberts
Quelle: 
Ostfriesen-Zeitung

Dr. Eimo Heeren aus Aurich wird in Sierra Leone in einer Klinik arbeiten. Sich selbst anzustecken, ist nicht die einzige Gefahr, die in Westafrika auf den Mediziner wartet.

Aurich - Es wird heiß und nass – das weiß Dr. Eimo Heeren bereits. Der Amtsarzt des Landkreises Aurich fliegt in das von der Ebola-Epidemie betroffene Sierra Leone. „Ich rechne damit, dass in den nächsten Tagen das ‚Go‘ kommt“, sagt Heeren. Der Mediziner reist im Auftrag des Vereins „Cap Anamur – Deutsche Notärzte“ nach Westafrika. Dort ist aktuell Regenzeit, die Temperaturen steigen auf bis zu 45 Grad. Wann genau sein Flieger startet, erfährt Heeren erst kurz zuvor. „Wir wissen eigentlich erst in dem Moment, dass es losgeht, wenn der Pilot Schub gibt“, sagt er. Daran, auf Abruf bereit zu stehen, hat Heeren sich bereits gewöhnt: Sein Koffer sei innerhalb einer halben Stunde gepackt. Für Heeren wird es der 32. Einsatz unter schwierigen Bedingungen, wie er selbst sagt: „Ich mache so etwas immer während meines Urlaubs.“

Das Auswärtige Amt rät deutschen Bürgern derzeit dringend von einer Reise nach Sierra Leone ab – Ausnahmen bilden dabei Menschen wie Eimo Heeren: Ärzte und Mitglieder von Hilfsorganisationen, die vor Ort im Kampf gegen das Ebola-Virus benötigt werden. Für die Helfer, die mit Ebola-Patienten in Kontakt kommen, sind die Sicherheitsvorkehrungen hoch: Sie tragen Schutzanzüge sowie Masken, Brillen und Handschuhe. „Darin hält man es bei der Hitze maximal 15 Minuten aus“, sagt Heeren.

Selbst infiziert zu werden, ist für die Helfer in Westafrika nicht die einzige Gefahr: „In Liberia sind bereits Menschen getötet worden“, sagt Heeren. Und auch in Sierra Leone gab es einen Angriff auf eine Gruppe von freiwilligen Helfern. „Angst habe ich vor so einer Situation nicht“, sagt Heeren, der in einem Kinderkrankenhaus in Freetown, der Hauptstadt Sierra Leones, arbeiten wird. Die jungen Patienten würden dort nicht wegen einer Ebola-Infektion eingeliefert, erklärt der Mediziner: „Sie leiden zum Beispiel an Malaria oder Lungenentzündungen. Das sind Kinder, die unbehandelt sterben würden.“

Mehr zu diesem Thema lesen Sie am Sonnabend, 4. Oktober, in der Ostfriesen-Zeitung.

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