Sierra Leone: Ole Hengelbrock berichtet in Neuenkirchen

Artikelinfo
Datum: 
12.06.2015
Quelle: 
Neue Osnabrücker Zeitung

Melle. Wunderschön ist das Land mit traumhaften, unerschlossenen Stränden und wirklichem Dschungel. Ein liebenswertes Land an der Goldküste Afrikas, das ist Sierra Leone. Aber unter dieser Schönheit verbirgt sich auch Hässliches: Armut, Slums, hohe Kindersterblichkeit, Bürgerkrieg, Kindersoldaten, Korruption, Schmutz und jetzt auch noch Ebola.

„Immer wenn ich einen negativen Punkt aus Sierra Leone erzähle, dann kann ich zwei wunderschöne Begebenheiten oder Dinge aufzählen, die das Land so liebenswert machen“, erklärt Ole Hengelbrock den gespannten Schülern.

Gespannt hörten die Schüler der Oberschule Neuenkirchen den Ausführungen von Ole Hengelbrock zu. Fotos: Birgit MetzArbeit geht weiter

In den zwei Jahren, die der gelernte Erzieher und Sozialarbeiter im Auftrag von Cap Anamur in Afrika verbrachte, hat der Borgloher Junge einiges erlebt: Sein Auftrag war, neben dem einzigen Kinderkrankenhaus eine Kindersozialprojekt, „Pikin Paddy“, aufzubauen. Dort kümmern sich die Mitarbeiter besonders um Straßenkinder in der Stadt Freetown, die von ihren Familien verstoßen werden oder aus irgendeinem Grund nicht nach Hause können.

Dann kam Ebola, und alles veränderte sich, da die Krankheit durch Tröpfcheninfektion weitergegeben wird, muss der direkte Kontakt verbleiben. In seiner Zeit vor Ort hat Ole Hengelbrock mit den Mitarbeitern des Sozialprojektes ein Ebola-Waisen-Schutzhaus aufgebaut. Bis zu 25 Kinder können hier unter hohen präventiven Sicherheitsstandards, für die Dauer der Inkubationszeit von 21 Tagen aufgenommen, beobachtet und behütet werden. Erkrankte sind besonders ansteckend und dürfen nur in einem geschützten Raum behandelt werden. „Und das, wo ich in meinen Kindertagen noch nicht einmal ein Baumhaus gebaut habe“, berichtet Ole.

100_4570Mit Fantasie, Empathie und Sympathie lässt sich viel erreichen. „Wir müssen den Menschen auf Augenhöhe begegnen und sie ernst nehmen,“ sagt Hengelbrock.

Die Arbeit in Pikin Paddy geht weiter, das Projekt ist auf 10 Jahre angelegt. Finanziert wird es ausschließlich mit Spendengeldern durch die Organisation Cap Anamur. Weiter Informationen auch zu Ole Hengelbrock unter www.cap-anamur.org

Link zum Online-Artikel: http://www.noz.de/lokales/melle/artikel/584990/sierra-leone-ole-hengelbrock-berichtet-in-neuenkirchen#gallery&0&1&584990