Hilfe für die Menschen in Syrien

Artikelinfo
Datum: 
12.02.2013
Autor: 
Office Cap Anamur

Am vergangenen Freitag ist Cap-Anamur-Geschäftsführer Bernd Göken von seiner Evaluierungsreise nach Syrien zurück gekehrt. Nun organisiert der Verein die personelle Unterstützung verschiedener medizinischer Einrichtungen, einige davon in Aleppo, sowie einen Hilfsgütertransport mit Medikamenten. Cap Anamur bittet um Spenden für die Hilfe der syrischen Bevölkerung.

Nach seinen Besuchen verschiedener syrischer Städte berichtet Bernd Göken von den dramatischen Zuständen im Land: „Das Assad-Regime hat gezielt Krankenhäuser und Schulen mit Raketen zerstört. Das sieht man in fast jedem Ort. Ein funktionierendes Krankenhaus findet man nirgends. Die medizinische Versorgung findet nun behelfsmäßig in verschiedenen Häusern und Kellern statt. Es fehlt an fast allem, auch der Vorrat an Medikamenten geht zur Neige. Nach Aussagen des medizinischen Personals gibt es kaum Hilfslieferungen. In Aleppo sei bisher noch nichts angekommen.“

Göken sprach mit dem medizinischen Personal und Patienten: „Die Menschen führten mich zu den zahlreichen Orten der Bombeneinschläge. Es war ihnen ein wichtiges Anliegen, mir diese Orte zu zeigen. Sie wollen das Erlebte weitergeben und schildern eindrucksvoll ihre Geschichten. Jeder dort spricht von den Bomben, Raketen und Clusterbomben. Es sind Alte und Junge, Männer wie Frauen und Kinder. Und sie alle sind tief traumatisiert von den schrecklichen Erlebnissen, der massiven Zerstörung und den Kämpfen.“

Das Hospital „Dar Al Shifa“ wurde komplett zerstört. Es war das größte in Aleppo. Die Stationen werden nun aus Sicherheitsgründen an verschiedenen Orten betrieben: Der OP wurde in einem Keller eingerichtet, eine 20-Betten-Station in einem anderen Ortsteil. Insgesamt verteilen sich die Stationen über 25 Orte. Auch hier reichen die Medikamente nicht mehr lang und da auch viele Fabriken zerstört sind, wird es keinen Nachschub geben. „Das Krankenhauspersonal hat große Angst vor weiteren Anschlägen. Dennoch machen sie ihre Arbeit voller Engagement. Man spürt trotz allem die Hoffnung der Menschen,  egal ob Mitarbeiter oder Patient“, erzählt Bernd Göken.

In Aleppo sind einige Zonen nicht befahrbar, dort sind Scharfschützen postiert. Diese Gebiete mussten wir umfahren. Auch hier wurden Hospitäler und Schulen gezielt zerbombt. Auch Wohnhäuser sind zerstört. Leichen können dort nicht geborgen werden und vermutlich ist die Lage dort wesentlich schlimmer.