SYRIEN | Medizinische Versorgung von Bürgerkriegsflüchtlingen

Artikelinfo
Datum: 
16.11.2016
Autor: 
Office Cap Anamur

 

Die Gewalt in Syrien ist ungebrochen, und ein Ende des Grauens nicht in Sicht. Es ist tragisch: Trotz aller militärischer und diplomatischer Bemühungen zeichnet sich keine Lösung für diesen Konflikt ab. Bisher haben hunderttausende Menschen ihr Leben verloren. Rund die Hälfte der Bevölkerung ist auf der Flucht: 6,5 Millionen als Binnenflüchtlinge, und etwa 5 Millionen Menschen suchen Schutz in den Nachbarländern Jordanien, Libanon, Türkei und Irak. Syriens Regierung und Rebellen verüben Kriegsverbrechen, und sogar die wenigen noch funktionstüchtigen Krankenhäuser werden gezielt bombardiert.

Medical care for civil-war refugees: Help for Syrian people

Violence in Syria is unbroken and there is no sign of an end of the horror. It is tragic: Despite all military and diplomatic endeavors there seems to be no solution for the conflict. Up till now hundreds of thousands of people lost their life. Almost half of the population is fleeing: 6.5 million as domestic refugees, 5 million seek shelter in the neighborhood countries Jordan, Lebanon, Turkey and Iraq. Syrian government as well as rebels commit war crimes, and even the few hospitals left are intentionally bombed.

„Als medizinische Organisation bleibt uns ein nur sehr geringer Handlungsspielraum“, erläutert Bernd Göken, der Geschäftsführer von Cap Anamur. „Denn internationale Hilfsorganisationen werden gezielt angegriffen.“ Wir mussten das vor drei Jahren selbst miterleben, als unser Team, darunter auch Bernd Göken, in der syrischen Kleinstadt Azaz nur knapp einer Entführung durch die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) entging. Seit diesem Übergriff arbeiten wir in Syrien ausschließlich im Verborgenen und betreiben auf diese Weise mittlerweile drei Polikliniken in dem Bürgerkriegsland.

Neben der Unterstützung dieser Krankenhäuser engagieren wir uns für syrische Flüchtlinge in den Nachbarländern, wo die Menschen zum Teil seit Jahren vergeblich auf eine Rückkehr in ihr Heimatland hoffen. Wir unterstützen zwei Kliniken in Jordanien und betreiben ein Projekt im Libanon, bei dem wir syrischen Männern, Frauen und Kindern durch den Transport in Krankenhäuser und die Bezahlung ihrer Behandlung eine medizinische Versorgung ermöglichen. Aktuell setzen wir ein weiteres Projekt um: eine Container-Klinik für Geflüchtete.

“As a medical organization we have only limited room to maneuver” Bernd Goeken, chief executive of Cap Anamur explains. “International help- organizations are targeted attacked.” We had to witness this three years ago, when our team including Bernd Goeken was almost kidnapped by the terror militia Islamic State (IS) in the small town of Azaz. Since this attack we work in Syria almost invisible and operate in this manner three polyclinics in the country.

Besides the operation of these hospitals we support Syrian refugees in the neighboring countries, where people futile hope for a return to their home countries since years. We support two hospitals in Jordan and run a project in Lebanon, where we enable Syrian people to get medical treatment by transporting them to the hospitals and pay for the treatment. Presently we realize another project: A container hospital for refugees. 

Aufbau einer Container-Klinik

Im Flüchtlingslager bei Rukban, im Niemandsland des syrisch-jordanischen Grenzgebiets, sitzen laut Angaben von Amnesty International mittlerweile rund 75.000 syrische Bürgerkriegsflüchtlinge fest. Sie harren hier unter menschenunwürdigen Umständen aus und warten auf die Einreiseerlaubnis nach Jordanien – etliche von ihnen schon seit vielen Monaten.

Doch nach einem Autobombenanschlag auf einen nahe gelegenen Militärposten im Juni, bei dem sechs Soldaten starben, sperrte die jordanische Regierung das Gebiet weiträumig ab. Auch für internationale Helfer bleibt die jordanische Grenze verschlossen, und damit der Weg, über Jordanien Hilfslieferungen ins Flüchtlingslager zu bringen. Seit rund fünf Monaten sind diese Menschen nun schon weitestgehend von humanitärer Hilfe abgeschnitten: Es fehlt ihnen an Wasser, Nahrung und medizinischer Versorgung.

Trotz der Abriegelung ist es unserem Team gelungen, eine Container-Klinik in das entlegene Wüstengebiet zu transportieren. Momentan versorgen die Ärztinnen und Ärzte in den sechs Containern rund 150 Kranke und Verletzte am Tag. Sie berichten von vielfältigen und teilweise schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen. „Diese Menschen brauchen dringend unsere Hilfe“, betont Bernd Göken. „Vor allem die Kinder leiden unter den extremen Bedingungen in der Wüste. Bitte unterstützen Sie unsere so wichtige Arbeit mit einer Spende für Medikamente und medizinisches Personal.“

Construction of a container- clinic

According to Amnesty International in the refugee camp near Rukban, located in the no man’s land near the Syrian – Jordan border, about 75,000 refugees are stuck. They remain here under inhuman conditions and wait for their entry permit – some of them since many months.

However, after a bomb attack against a nearby military post in June, when 6 soldiers died, the Jordan government shut off the area large scale. For international aid organizations the Jordan border remains closed, too, and thus the way to deliver aid to the refugee camps. These people are restricted from humanitarian help since five months: They lack of water, food and medical care.

Despite the shut off our team managed to bring a container- clinic to this remote desert area. At present the doctors treat about 150 patients a day in six containers. They report manifold and heavy health problems. “These people urgently need our help” Bernd Goeken emphasizes. “Mainly children suffer from the extreme conditions in the desert. Please support our important work by donations for medicines and medical staff.”