Cholera

Artikelinfo
Autor: 
Dr. med. Edith Fischnaller

Betroffen sind vor allem Kinder, Schwangere, Ältere und Kranke. Es gibt Aussagen, dass über 35% der Opfer Kinder unter 5 Jahre seien. Genaue Zahlen wird es in einem Land wie Angola nicht geben, die Dunkelziffer wird sehr hoch sein, da viele Fälle nicht gemeldet werden. Vor allem die unterernährten Kinder sind betroffen und überleben die schwere Infektionskrankheit oft nicht.
Durch die im gesamten Land fehlende oder schlechte Versorgung von sauberen Trinkwasser, die Abwasserproblematik und die fehlenden Latrinen oder Toiletten vor allem in den Städten, die eine hohe Bevölkerungsdichte haben, wird die Ausbreitung sehr schnell erfolgen und viele weitere Opfer fordern.

Ursachen der Cholera:
Cholera ist eine durch Bakterien (Vibrio cholerae) verursachte schwere Infektionskrankheiten mit starken Durchfällen.
Die Erreger gelangen meist mit den menschlichen Ausscheidungen in die Abwässer und von dort oder direkt ins Trinkwasser. Auch Lebensmittel können mit den Erregern kontaminiert sein, z. B., wenn sie damit gewaschen oder zubereitet werden. Die Cholera tritt daher vor allem in Gebieten mit schlechter Trinkwasserversorgung und schlechter oder fehlender Abwasserversorgung auf.

Nicht jeder Infizierte erkrankt, doch scheiden alle, auch die Nichterkrankten, den Erreger über den Stuhl aus.  Wenn die Ausscheidungen wieder ins Trinkwasser gelangt, kommt es zu vermehrten Ausbreitung.
Cholera tritt dort auf, wo es fehlende und mangelnde Hygiene, Armut, Hunger oder Krieg gibt. In Deutschland gab es 1892 die letzte Choleraepidemie in Hamburg. Damals starben über 8600 Menschen. Erst durch sauberes Trinkwasser und die Sanierung der schlechten hygienischen Verhältnisse und des Abwassersystems konnte damals die Epidemie gestoppt werden.
Auch heute kommt es immer wieder zu schweren Choleraepidemien, vor allem in Südamerika, Südostasien und auf dem afrikanischen Kontinent.

Symptome:
Unbehandelt endet die Erkrankung oft tödlich. Die Bakterien bilden ein starkes Gift (Cholera-Toxin), das die Darmwand zerstört und dadurch zu massiven Durchfällen führt . Innerhalb von 1 - 3 Tagen (manchmal auch weniger Stunden) kommt es zu plötzlich einsetzenden wässrigen "reiswasserähnlichen" Durchfall, evtl. mit Erbrechen, selten Fieber. Dies führt unbehandelt innerhalb von wenigen Stunden zu einem lebensbedrohlichen Flüssigkeitsverlust mit schweren Elektrolytverlusten. So können oft bis zu 20 Liter Flüssigkeit am Tag verloren werden.
Mehr als 50 % aller Choleraerkrankten sterben unbehandelt meist am Schock, akutem Nierenversagen, Azidose und Kaliumverlust. Bei richtiger und rechtzeitiger Behandlung kann die Letalität (Todesrate) auf  2 % gesenkt werden. Bei Kindern verläuft die Erkrankung besonders schlimm, gerade wenn Unterernährung und andere Erkrankungen, wie z. B. Malaria, mit beteiligt sind. Unterernährte Kinder sind besonders durch Infektionskrankheiten betroffen, wenn noch eine Erkrankung wie die Choleraerkrankung dazukommt, dann sterben diese Kinder sehr oft.

Diagnose:
Die Diagnose wird über den Nachweis der Choleraerreger im Stuhl gestellt. In Angola zum Beispiel ist dies nicht flächendeckend möglich und die Erkrankung wird oft sehr spät, wenn überhaupt erkannt. Erfahrene Mediziner stellen den Verdacht oft aufgrund der klinischen Symptome.

Therapie:
Sehr schnell muss für ausreichend Flüssigkeitszufuhr und Elektrolytgabe gesorgt werden. Dies geschieht meist mit vielen Infusionen. Antibiotika und eventuell symptomatische Medikamente (Sekretions- und Motilitätshemmer) können helfen den Durchfall schneller zu stoppen.                                              Als Antibiotikum der ersten Wahl wird meist Tetracyclin (Erwachsene: 500 mg alle 6 Stunden für 3 Tage) eingesetzt. Alternativ kommen auch Doxycyclin, Erythromycin, Trimethoprim-Sulfamethoxazol oder Andere in Betracht.

Prophylaxe:
Die Übertragung durch Wasser und Lebensmittel (fäkal-oral) kann nur durch eine sauberes Trinkwasser, somit einer sauberen Wasserversorgung, und durch eine effektive Abwasserbehandlung verhindert werden. Hat eine Weiterverbreitung bereits stattgefunden, dann ist es wichtig durch konsequente Hygiene, Händewaschen, Trinkwasserdesinfektion und vom Trinkwasser getrennter Toilettenbau und Schulungen zur Handhabung diese so schnell wie möglich einzudämmen.
Für Ausreisende in Choleragebiete gibt es die Möglichkeit einer oralen Impfung it sehr begrenztem Schutz, bzw. die Möglichkeit bei einem Arbeitseinsatz in einem Cholerazentrum einem Antibiotikum die Erkrankung zu vermeiden.

Fazit:
Sauberes Trinkwasser ist ein Recht jedes Menschen auf der Welt. Für die meisten Menschen auf der Welt gibt es keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, geschweige denn die Möglichkeit Latrinen zu benutzen oder sich die Hände ausreichend zu waschen.
Es ist eines unserer wichtigen Zielen, für die Menschen in Krisen- und Kriegsgebieten, wo wir arbeiten, diese Bedingungen zu schaffen. Zu jeder medizinischen Versorgung gehört die Bereitstellung von sauberen Trinkwasser. Dadurch können viele schwere Erkrankungen, nicht nur die Cholera, verhindert werden und die Sterblichkeit, vor allem der Kinder, sinkt gewaltig.