Libanon: Binnenvertriebene in Not – Soforthilfe für Familien
Wir versorgen Schutzsuchende im Libanon schnell und unbürokratisch mit Lebensmitteln und Hygieneartikel.
Die Lage im Libanon spitzt sich weiter dramatisch zu. Im Zuge der aktuellen Eskalation zwischen Israel und Iran hat die israelische Armee ihre Angriffe auf libanesisches Gebiet deutlich ausgeweitet. Ziel ist vor allem die mit Iran verbündete Hisbollah, die im Süden des Landes stark präsent ist.
Die militärische Eskalation hat massive Fluchtbewegungen ausgelöst: Fast eine Million Menschen – rund 20 % der Bevölkerung – sind derzeit innerhalb des Landes auf der Flucht. Seit Tagen verbreitet die israelische Armee neue Evakuierungsanordnungen, häufig telefonisch. Zunächst mussten zahlreiche Dörfer südlich des Litani-Flusses geräumt werden, später folgten die südlichen Vororte von Beirut. Inzwischen wurde auch die Evakuierung der Hafenstadt Tyros angeordnet.
Cap Anamur vor Ort
Unser Team in Saida hat unmittelbar reagiert: In einer Sofortaktion wurden besonders bedürftige Familien identifiziert und mit Lebensmitteln sowie Hygienematerial versorgt. Gleichzeitig ist ein Teil unseres Teams aus dem stark betroffenen Süden vorübergehend in unseren Büroräumen untergekommen. Saida liegt zentral an der Küste und gilt als wichtige Grenzstadt zum Süden. Entsprechend groß ist hier der Druck durch ankommende Binnenvertriebene.
Wir arbeiten dabei eng mit der lokalen Organisation PARD zusammen, die die Hilfe in Schulen koordiniert. In Kooperation stellen wir insbesondere Nahrungsmittel und Hygienematerial für die Vertriebenen bereit.
Politischer Kontext
Die aktuelle Eskalation ist eng mit dem regionalen Machtkonflikt zwischen Israel und Iran verbunden. Während Iran über die Hisbollah Einfluss im Libanon ausübt, sieht Israel darin eine direkte Bedrohung seiner Sicherheit. Der Libanon selbst befindet sich seit Jahren in einer schweren politischen und wirtschaftlichen Krise und ist kaum in der Lage, auf diese neue humanitäre Notlage angemessen zu reagieren. Die internationale Gemeinschaft warnt vor einer weiteren Ausweitung des Konflikts auf die gesamte Region.
Unsere Einschätzung
Die humanitäre Lage verschlechtert sich rasant. Die Zahl der Vertriebenen steigt täglich, während Unterkünfte, Versorgung und medizinische Hilfe zunehmend an ihre Grenzen geraten. Unsere Teams bleiben vor Ort und leisten weiterhin direkte Hilfe – schnell, unbürokratisch und dort, wo sie am dringendsten benötigt wird.
