Soforthilfe Libanon – aktuelles Update
Hilfe unter schwierigen Bedingungen wieder aufgenommen
Nachdem unser Team die Versorgung einer Suppenküche für Geflüchtete in Tyros zwischenzeitlich einstellen musste, konnten wir unsere Hilfe nun wieder aufnehmen. Zerstörte Brücken und anhaltend starke Angriffe hatten den Zugang zur Stadt unmöglich gemacht. Inzwischen ist es uns wieder gelungen, Lebensmittel nach Tyros zu bringen und die Unterstützung für die betroffenen Menschen fortzusetzen.
Steigende Preise verschärfen die Notlage
Die Lage im Land bleibt weiterhin äußerst angespannt. Durch die zunehmende Isolation des Libanons und den enormen Bedarf an Versorgung für Binnenvertriebene steigen die Preise für Lebensmittel und Güter des täglichen Bedarfs rasant. Viele Familien können sich das Nötigste kaum noch leisten. Unser Team konzentriert sich deshalb darauf, zumindest eine Grundversorgung sicherzustellen. Regelmäßig fahren wir provisorische Unterkünfte im Großraum Saida an, um die Menschen mit Lebensmitteln zu versorgen.
Erste Rückkehrbewegungen im Süden
Gleichzeitig zeichnet sich eine vorsichtige Bewegung im Süden des Landes ab: Seit dem Inkrafttreten eines Waffenstillstands zwischen Israel und dem Libanon beginnen Tausende Vertriebene, in ihre Heimatorte zurückzukehren. Auch wichtige Verkehrsverbindungen werden schrittweise wiederhergestellt. So konnte die libanesische Armee den Zugang zur Brücke zwischen Burj Rahal und Tyros teilweise wieder öffnen. Dies ist eine entscheidende Voraussetzung für unsere Hilfstransporte.
Fragile Sicherheitslage bleibt bestehen
Doch die Situation bleibt fragil. Berichte deuten darauf hin, dass das israelische Militär weiterhin militärische Fakten im Grenzgebiet schafft. Südlich des Litani-Flusses soll ein rund 20 Kilometer breiter Streifen unter militärischer Kontrolle bleiben. In diesem Gebiet werden offenbar Ortschaften systematisch zerstört, um eine Rückkehr der Bevölkerung zu verhindern. Gleichzeitig warnen sowohl das israelische Militär als auch Vertreter der Hisbollah die Zivilbevölkerung davor, in die betroffenen Gebiete zurückzukehren. Der hochrangige Hisbollah-Vertreter Mahmud Qamati warnte die Bewohner davor, zurückzukehren: „Mit israelischem Verrat ist jederzeit zu rechnen, und dies ist nur ein vorübergehender Waffenstillstand.“
Hilfe bleibt dringend notwendig
Für die Menschen vor Ort bedeutet das große Unsicherheit. Viele wissen nicht, ob und wann sie dauerhaft in ihre H äuser zurückkehren können. Unsere Arbeit bleibt daher dringend notwendig. Wir werden weiterhin alles daransetzen, die Menschen im Süden des Libanons mit dem Nötigsten zu versorgen. Dies geschieht flexibel, direkt und angepasst an die sich ständig verändernde Lage.

