„Ich fühle mich hier wie in einer Familie“

Ein Gespräch mit Belvia Kettemale, Koordinationsassistentin von Cap Anamur in der Zentralafrikanischen Republik

Tausende Menschen in der Zentralafrikanischen Republik haben nur eingeschränkten Zugang zu medizinischer Versorgung. Seit 2015 unterstützt Cap Anamur im Gesundheitsbezirk Bossembélé ein Krankenhaus, das in diesen Jahren kontinuierlich ausgebaut und weiterentwickelt wurde. Gemeinsam mit internationalen und lokalen Mitarbeitenden stärkt das Projekt die medizinische Versorgung vor Ort und verbessert nachhaltig die Behandlungsmöglichkeiten für die Bevölkerung. Heute ist das Krankenhaus eine wichtige Anlaufstelle im Bezirk und fest in die lokale Gesundheitsinfrastruktur integriert.

Frau Kettemale, stellen Sie sich bitte kurz vor. Wer sind Sie und welche Aufgabe haben Sie bei Cap Anamur?

Mein Name ist Belvia Kettemale. Ich arbeite als Koordinationsassistentin für Cap Anamur in der Zentralafrikanischen Republik. Heute lebe und arbeite ich in Bossembélé. Aufgewachsen bin ich allerdings in Bangui, bevor ich hierhergekommen bin.

Wie sind Sie zu Cap Anamur gekommen?

Ich habe Cap Anamur 2015 kennengelernt, zum Höhepunkt der politischen Krise in der Zentralafrikanischen Republik. Damals begann die Organisation ihre Arbeit im Gesundheitsbezirk Bossembélé. So bin ich mit Cap Anamur in Kontakt gekommen und habe kurz darauf meine Arbeit begonnen. Mittlerweile arbeite ich seit über zehn Jahren für die Organisation. Diese Zeit hat mich sehr geprägt.

Wie sieht Ihr Arbeitsalltag aus?

Als Koordinationsassistentin unterstütze ich vor allem den Koordinator bei seinen täglichen Aufgaben. Dazu gehören viele organisatorische und administrative Tätigkeiten. Ich kümmere mich um Verwaltungsaufgaben, unterstütze bei der Beschaffung von Medikamenten und Verbrauchsmaterialien und helfe außerdem bei der Auswertung und Kontrolle statistischer Daten. Meine Arbeit verbindet also verschiedene Bereiche: Verwaltung, Logistik und die Unterstützung der medizinischen Arbeit vor Ort.

Welche Herausforderungen begegnen Ihnen in Ihrer Arbeit?

Eine große Herausforderung ist die Beschaffung von Medikamenten, Materialien und medizinischer Ausrüstung. Viele Dinge müssen in 3 Stunden entfernten Bangui organisiert werden, doch nicht alles ist dort verfügbar. Manchmal müssen wir lange Wege und Transporte mit dem Lkw organisieren, damit die benötigten Materialien das Krankenhaus erreichen. Trotz dieser Schwierigkeiten finden wir immer wieder Lösungen.

Was bedeutet Ihnen die Arbeit bei Cap Anamur persönlich?

Ich mache meine Arbeit wirklich gerne. Durch Cap Anamur habe ich viele neue Menschen kennengelernt und viel über die Organisation eines Krankenhauses und die Zusammenarbeit im Team gelernt. Für mich fühlt sich das Team hier fast wie eine Familie an.

Sie arbeiten als Frau in einer verantwortungsvollen Position. Welche Bedeutung hat das für Sie?

Die Herausforderung besteht darin, immer weiterzumachen, Verantwortung zu übernehmen und mit gutem Beispiel voranzugehen. Gerade in der Zentralafrikanischen Republik gibt es noch viele Frauen und Mädchen, die keinen Zugang zu Bildung hatten. Ich möchte sie ermutigen, an sich zu glauben, ihre Chancen zu nutzen und ihren eigenen Weg zu gehen. Bildung ist dafür ein wichtiger Schlüssel.

Welche Botschaft möchten Sie den Spenderinnen und Spendern von Cap Anamur mitgeben?

Ich möchte allen Spenderinnen und Spendern herzlich danken – auch den vielen Menschen, die anonym helfen. Ihre Unterstützung ermöglicht es uns, hier in der Zentralafrikanischen Republik weiterzuarbeiten und Menschen medizinisch zu versorgen.

Ein Teil des Interviews finden Sie hier:

Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von YouTube. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.

Mehr Informationen

Mit Ihrer Spende machen Sie die Einsätze unserer Fachkräfte möglich. Vielen Dank!
Jetzt Spenden